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Hausarzt-Medizin

Die ärztliche Grundversorgung wird in der Schweiz in der Regel von Internisten, Allgemein- und Kinderärzten (die weibliche Form wird der Einfachheit halber nicht verwendet) gewährleistet. Die Ausbildung nach dem Staatsexamen dauert im Minimum fünf Jahre (was dann berechtigt den Facharzt-Titel FMH) zu tragen. Meist wird aber eine Praxis erst acht bis zehn Jahre nach dem Staatsexamen eröffnet. In den letzten Jahren zeichnet sich ein deutlicher Trend von der Einzelpraxis weg zur Gemeinschaftspraxis hin ab. Deren Vorteile werden zunehmend von Patienten und Ärzten wahrgenommen und geschätzt.

Der Hausarzt ist in der Lage, einen grossen Teil der medizinischen Probleme in eigener Kompetenz zu diagnostizieren und behandeln (siehe Technische Leistungen). Trotz Internet, TV-Sendungen und allen möglichen Arten von Beratungen braucht der Patient in der Not eine kompetente individuelle Beratung, die nicht nur einzelne Symptome, sondern den ganzen Menschen in seinem speziellen Umfeld einbezieht.

Die Indikation zur Überweisung an den Spezialisten oder für eine spezielle Untersuchung oder Therapie wird im Bedarfsfall von Arzt und Patient gemeinsam gestellt. Ein «guter Draht» (Vernetzung) vom Hausarzt zum Spital, zu den frei praktizierenden Spezialisten, zur PhysiotherapeutIn, Ergotherapeutin, Spitex ist nur von Vorteil für den Patienten.

Eine wichtige Rolle spielen die Hausarztvereine, wo unter Kollegen offen über begangene oder glücklich vermiedene Fehler (CIRS) gesprochen werden kann und in Qualitätszirkeln Standards für die Behandlung von Patienten festgelegt werden. Die elektronische Form der Krankengeschichte eröffnet die Möglichkeit, ohne allzu grossen Aufwand einer Frage im Rahmen eines Forschungsprojektes nachzugehen.

Die Kosten sind auch in der Hausarztmedizin ein wichtiger Faktor. Ein sorgfältiger Einsatz von Diagnostik und Therapie ist angezeigt und schliesst eine gute Behandlung und Betreuung nicht aus.

Der Hausarzt erfährt in letzter Zeit wieder etwas eine Aufwertung, nachdem Presse und Politik ihn über Jahre schlecht gemacht bzw. vernachlässigt und unter ökonomischen Druck gesetzt haben. Mit dem Numerus clausus an den deutsch-schweizer Universitäten und dem zunehmenden Frauenanteil (Teilzeitarbeit) in der Medizin, sowie einer anderen (nicht schlechteren) Berufsauffassung der jungen Ärzte (die Familie soll nicht vernachlässigt werden) droht ein künftiger Mangel an Grundversorgern. Leider haben auch wir Ärzte bis jetzt nicht genügend getan um junge Kollegen zu motivieren, diesen für uns immer noch schönsten Beruf zu ergreifen.